Festspielhaus Hellerau

Ein Resümee - FSJlerinnen sprechen über ihre Zeit in HELLERAU

In der Spielzeit 2016/2017 haben uns die beiden FSJlerinnen Bianca Kloß aus Chemnitz und Louise Demelas aus Metz (über das deutsch-französischen Jugendwerk) begleitet. Sie waren uns eine große Hilfe und wir haben viel von ihnen gelernt. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bei ihnen bedanken.
Wir haben die beiden gefragt, wie sie das Jahr bei uns fanden und sie gebeten ihre Antworten aufzuschreiben. Für Louise Demelas haben die inspirierenden Veranstaltungen, die sie in diesem einzigartigen Gebäude erleben durfte, eine Tür zu einer faszinierenden Welt geöffnet, die sie nicht mehr veralssen möchte. Bianca Kloß sagt, dass das FSJ im Audience Development-Büro einen wahren Gewinn darstelle, denn "man ist von Kollegen umgeben, die einen schätzen und unterstützen".
Das können wir an dieser Stelle nur zurückgeben.

Hier können Sie die vollständigen Texte lesen:

Louise Demelas:
Ein Jahr lang habe ich als Freiwillige in HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden und dem Deutschen Werkbund Sachsen gearbeitet. Diese vielfältige Erfahrung hat mir ermöglicht, einen Blick in den Bereich der Kultur zu werfen und die Arbeit am Theater von verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen und somit besser zu verstehen. Hier habe ich auch, zeitgenössische Kunst schätzen gelernt, was mir am Anfang fremd war. Die Offenheit und Unterstützung des Teams und die Flexibilität des Theaters haben mir ermöglicht, mich professionell zu entwickeln und zu wachsen. Die inspirierenden Veranstaltungen, die ich in diesem einzigartigen Gebäude gesehen habe, öffneten mir die Türen einer faszinierenden Welt, die ich nicht mehr verlassen möchte: die Welt der Künste, der Fantasie und der Leichtigkeit sowie die Welt der Vielfalt, des Austausches und der Interkulturalität.

Bianca Kloß:
Als FSJler im Bereich Kultur hat man die Möglichkeit, ein eigenständiges Projekt zu realisieren. Wenn man in HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden sein FSJ macht, realisiert man alle zwei Monate ein eigenständiges Projekt. Ich will nicht von meiner Einsatzstelle schwärmen, denn dann würde ich allen die sich für ein FSJ entscheiden ein Bild vorsetzen – also mein Bild. Und das Schöne an HELLERAU und auch am Kollegium hier ist, dass man ganz selbst entscheidet, wie das eigene Bild aussehen soll. Ich kam nach HELLERAU, ohne es vorher gekannt zu haben, alles was mich hier her lockte waren eine Einsatzstellenbeschreibung und ein tolles Bewerbungsgespräch – obwohl ich meiner Meinung nach zu viel geredet und doch nichts gesagt hatte, und immer, wenn meine Bewerbungspartner etwas erzählt haben, riefen meine Gedanken: "Pass auf, pass auf! Was hat sie gerade gesagt? Verdammt denk dir eine Frage aus, guck ihnen in die Augen! Es ist wirklich schön hier". Was habe ich während meines Jahres in Hellerau alles getan?
Zu allererst: ich denke, ich hätte mich auch über mehr Praktikanten Arbeit gefreut: Kaffee kochen, Briefe falten und verschicken, Wassermelone kaufen… Aber nix da. Das sind zwar alles Aufgaben, die mal anfallen, aber die macht man eher nebenbei. Schon beim Bewerbungsgespräch wurde ich gefragt, was ich gut kann und was ich gern tun würde. Und so ging es weiter. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass ich so gut wie jede Aufgabe gerne gemacht habe, die gemacht werden musste: Unistand und Kartenverkauf, Workshopbetreuung, kleine Führungen, Flyergestaltung, Künstlerbetreuung und vor allem: Zielgruppen ansprechen. Meine Stelle war im Audience Development Büro. Das heißt auf Deutsch: Publikumsentwicklung, also Menschen nach HELLERAU bringen und mit dem Theater verbinden. Somit ist man auch gerne mal bei einem Messestand und vertritt das Haus. Ich hatte das Glück, und das werden auch meine Nachfolger haben, zusammen mit zwei weiteren FSJlern zusammenzuarbeiten. Was mir unter anderem ermöglichte, Französisch und ein wenig Arabisch zu lernen. Zusammen mit Louise verwirklichte ich unser erstes Projekt: die betriebliche Weihnachtsfeier. Da wir das aber aus Gewohnheit oder Arbeitsdrang nicht als eigenständiges FSJ Projekt gesehen haben, organisierten wir ein weiteres am Ende unseres FSJ: Einen einwöchigen Tanzworkshop. Bei der Wahl des Projektes sind keine Grenzen gesetzt, weder nach oben noch nach unten. Jedes FSJ richtet sich nach dem FSJler! Gerade die Stelle im Audience Development Büro ist ein wahrer Gewinn, denn hier gibt es nur Kollegen, die einen schätzen und unterstützen.
Was die Arbeitszeiten angeht: Im Kulturbereich sollte man flexibel sein. Also hin und wieder abends arbeiten, an Wochenenden und zu Veranstaltungen sollte kein Problem sein, dafürkann man meistens morgens ausschlafen(!).
Das FSJ ist also: Für Dich ein Gewinn, weil Du noch ein Jahr hast in dem Du Erfahrungen und Kontakte sammeln und schauen kannst, ob das Berufsfeld Kultur etwas für Dich ist. Für Deine Einsatzstelle ein Gewinn, weil Du ihr Team bereicherst und ihnen Arbeit abnimmst aber auch eigene Ideen mit einbringen kannst. Ich persönlich empfehle jedem, der sein Schulabschluss in der Tasche hat (egal ob Abitur oder Oberschule) ein FSJ. Es gibt FSJ Stellen im Kulturbereich, wie hier die Stelle in HELLERAU, aber auch soziale im Krankenhaus, ökologisch zum Beispiel im Landwirtschaftswesen oder politische oder, oder, oder. Und natürlich ganz besonders in HELLERAU, aber das war mein Jahr, wie Eures hier aussehen kann, müsst Ihr selbst ausprobieren ;)

Europäisches Zentrum der Künste Dresden