Festspielhaus Hellerau

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La part de l'homme / The part of man / Der Teil des Menschen

Vergangene Termine

  • Do 14.06.18 18:00 - 20:00 Uhr
  • Fr 15.06.18 12:00 - 20:00 Uhr

Fest im Garten und Residenzshowing

Fabienne Garti

La part de l'homme / The part of man / Der Teil des Menschen

Das Projekt des interkulturellen Gemeinschaftsgartens Golgi Park, der hinter dem historischen Festspielhaus liegt, befindet sich im vierten Jahr. Viele verschiedene Konzepte konnten, eingebettet in die Idee einer Out-Door-Bühne, eines Ortes des interkulturellen Begegnung, des Austauschs auf Augenhöhe, erprobt werden. Neben interkulturellen Festen und einer permanenten politischen Auseinandersetzung mit den Themen Flucht, Migration und Stadtgesellschaft in Veranstaltungen sowie einer mittlerweile gut funktionierenden gemeinschaftlichen Bepflanzung des Gartens durch Gruppen und Einzelpersonen, wurden von Beginn an Projekte in Kooperation mit Künstler*innen umgesetzt.

In Anlehnung an das Residenzprogramm seines Mutterschiffs, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, konnte der Golgi Park 2018 seine erste Residenz ausschreiben. Künstler*innen wurden dazu eingeladen, eine räumlich/installative Entsprechung für das Hauptanliegen des Gartens zu finden und einen außergewöhnlichen und anregenden Ort der Kommunikation zu schaffen.

Die französische Architektin und Künstlerin Fabienne Garti entwickelte ein Konzept, welches nicht nur eine visuelle, sondern auch inhaltliche Verbindung zwischen dem Festspielhaus und dem Gemeinschaftsgarten herstellt. Indem Garti das Wahrzeichen des Baus, die vier Säulen (die es vorn und hinten am Haus gibt) aus ihrer vertikalen Position in eine horizontale bringt, diese quasi im Garten ablegt und dekonstruiert, macht sie die Architektur des Gebäudes verständlich und erlebbar und setzt diese gleichzeitig ins Verhältnis zu HELLERAUs unentwegten Bemühungen, nicht nur ein Haus der Kunstrezeption, sondern auch ein Ort verschiedener Communitys und Gemeinschaften zu sein.

In diesem Spiegelspiel hält sich Garti bei der Dekonstruktion der Säulen streng an die Vorgaben des Baus: Jede Säule ist aus sieben Teilen zusammengesetzt, welche sie als bewegliche Holzkonstruktion am Boden in Originalgröße nachbaut. Dadurch entstehen 28 mobile Einzelmodule (4 Säulen aus je sieben Teilen), die einzeln als Sitzgelegenheiten, zusammengefügt als Terrasse, als Podium, als Tische mit Stühlen oder in anderen Konstellationen und Aufbauten im Gemeinschaftsgarten genutzt werden können.

Die Einzelmodule sind ohne ihre individuelle Nutzung durch den Menschen nicht vollständig, so wie auch Architektur erst durch den Menschen belebt wird. Die Nutzerinnen agieren als „menschlicher Zement“ die Objekte bestehen nicht ihrer Selbst Willen, sondern um neue Verbindungen im Garten zu ermöglichen. Der Gemeinschaftsgarten ist ein Ort für Begegnung und Austausch, in dem Künstlerinnen aus aller Welt mit Anwohnerinnen aus Hellerau und Dresdner*innen mit diversen kulturellen Hintergründen zusammenkommen. Die Gestaltung der einzelnen Elemente obliegt den Menschen des Gartens und weiterer Interessierter (siehe „Workshopangebot“).

Natürlich erinnert die modulare Lösung auch an die flexiblen Bühnenelemente des Theater-Pioniers Adolphe Appia, dem HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden 2017 mit Rekonstruktion der Zukunft ein ganzes Festival gewidmet hat.

Um ein Stück von HELLERAU in der ganzen Stadt zu verteilen, werden die einzelnen Elemente, die wunderbar als Sitzgelegenheiten genutzt werden können, nach Abschluss der dreiwöchigen Präsentationsphase vor Ort, an gemeinschaftliche und kollektive Projekte abgegeben, gern Gemeinschaftsgärten und andere Projekte im Sinne des Golgi Parks. Interessenten können sich an: golgipark@hellerau.org wenden.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden

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