Festspielhaus Hellerau

Nach Stadtratsbeschluss: Der Weg zum Ausbau des Ostflügels auf dem Gelände des Festspielhauses Hellerau ist endlich frei

In seiner letzten Sitzung dieses Jahres beschloss der Dresdner Stadtrat den Abruf von Drittmitteln aus Förderprogrammen des Bundes und machte damit – zuzüglich zu den erstmals dafür eingestellten Eigenmitteln – den Weg für den Ausbau des Ostflügels auf dem Festspielhausgelände frei. Diesem Beschluss war eine siebenjährige Diskussion und ebenso lange Überzeugungsarbeit vorausgegangen. Als Grundlage für den Ausbau dient das von HELLERAU erarbeitete Konzept für ein internationales Künstlerresidenz- und Probenzentrum.

Damit wird nicht nur der letzte noch nicht sanierte Teil des Festspielhauskomplexes denkmalgerecht saniert und das Gesamtensemble in wesentlichen Teilen fertig gestellt. „Es ist auch eine zukunftsweisende Entscheidung, die nicht nur für die künftige Konzeption von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, sondern auch für die Kulturhauptstadt-Bewerbung Dresdens und für die Welterbe-Bewerbung von eminent wichtiger Bedeutung sein kann“, so Dieter Jaenicke, Intendant von HELLERAU. „Zwar sind Residenzzentren wie zum Beispiel Akademie Schloss Solitude in Stuttgart oder Cité des Arts in Paris wesentlich größer, aber keines dieser Zentren kann neben Proben- und Arbeitsräumen auch einen Aufführungsort wie das Festspielhaus anbieten, in dem die Künstler am Ende einer Residenz ihre Arbeiten vorstellen können.“ Damit wird in HELLERAU ein in dieser Form einmaliger Ort der zeitgenössischen künstlerischen Produktion in Europa entstehen.

Mit einem gemeinsamen zweijährigen Pilotprojekt des Auswärtigen Amts, der Zentrale der Goethe-Institute, Akademie Schloss Solitude und HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden werden in den nächsten Jahren bereits die Grundlagen für die Betreibung des Residenzzentrums mit globaler Vernetzung gelegt und praktische Erfahrungen gesammelt.

„Wir sind sehr froh, dass, nachdem durch das jahrelange Zögern bereits mehrere Fördermöglichkeiten für städtebaulichen Denkmalschutz nicht genutzt wurden, es dennoch gelungen ist, Fördermittel aus einem Bundesprogramm für dieses Bauvorhaben auszumachen“, so Jaenicke weiter. „Es besteht weiterhin die Möglichkeit eine erhebliche Kofinanzierung aus anderen Programmen zu erreichen. Daran werden wir in den nächsten Monaten gemeinsam mit Kultur- und Bauverwaltung arbeiten. Dass am Ende nochmals 300.000 Euro aus dem ursprünglichen Haushaltsansatz gestrichen wurden, nehmen wir unter diesen Umständen mit Gelassenheit zur Kenntnis.“

Letztlich ist dieser Beschluss auch eine gute Nachricht für die Nachbarn des Festspielhauses Hellerau. Der Blick auf die hässliche Ruine wird bald viel schöner ausfallen. Dieter Jaenicke abschließend: „Wir gehen davon aus, dass im Zuge der Baumaßnahmen auch die dringend überfällige Sanierung des Vorplatzes und die Beseitigung der Plattenmauer um das Gelände aus der Zeit der Sowjetarmee beseitigt wird.“

Europäisches Zentrum der Künste Dresden