Festspielhaus Hellerau

Mai–Juli 2017 – Weltoffenheit für die Stadt Dresden

Dieter Jaenicke

Eine aufregende Spielzeit geht im Juni zu Ende. Es begann mit dem 10-Jahres-Jubiläum der Wiedereröffnung des Festspielhauses Hellerau, inklusive einer vorsichtig-vorläufigen Begehung der Ostflügelruine (was, obwohl formal genehmigt, im Nachhinein einigen Ärger produziert hat). Es gab das TonLagen-Festival, Akram Khan und Sidi Larbi Cherkoui, es gab Digital Feminism und Cynetart, unsere große Afrikakooperation Shifting Realities und das Mashreq to Maghreb-Festival, das weit über Dresden hinaus Aufmerksamkeit schaffte, zwei denkwürdige Konzerte mit der Ikone der syrischen Musik Lena Chamamyan, das Dance-transit-Festival der Freien Tanzszenen Prag, Leipzig und Dresden, das jetzt als mögliches Modell für das Bündnis der Produktionshäuser diskutiert wird, es gab Floor on Fire in Frankreich, in Tschechien und natürlich bei uns, es gab Constanza Macras und es kommen noch Cloud Gate Dance Theatre aus Taiwan und die Batsheva Dance Company aus Israel mit einer Europapremiere in HELLERAU.

Der Golgi Park ist in Dresden zu einer der wichtigsten Anlaufstellen für Geflüchtete, Aktivisten und Anwohner geworden. Wir haben mit KiWi ein neues Kinderprogramm gestartet. Die HELLERAU-Künstler-Residenzen sind zu einem begehrten Hotspot in der internationalen Kunstszene geworden. Und vieles, vieles mehr! Das nächste große HELLERAU-Projekt Rekonstruktion der Zukunft, der Nachbau der historischen Appia-Bühne und des Salzmann-Lichtraumes in HELLERAU, die prägend für das Bühnen- und Theater-Verständnis war, wird schon im Sommer durch künstlerisch inszenierte Bauproben begonnen. Die „Rekonstruktion der Zukunft“ wird zugleich der Auftakt für eine Auseinandersetzung über Utopie und Gegenwart sein.

Es zeigt sich Monat zu Monat von neuem, wie wichtig die global ausgerichtete Programmkonzeption HELLERAUs für die Stadt ist, wie sehr sie Voraussetzung für die internationale Vernetzung und Akzeptanz des Hauses ist, wie wichtig sie auch für das nach wie vor ramponierte Ansehen der Stadt Dresden sein kann. Das alles ist möglich durch ein wunderbares und extrem engagiertes Team und ein sehr aufgeschlossenes und neugieriges Publikum. Eine gute Gelegenheit also einem großartigen Team für seine Arbeit und dem Publikum für seine Weltoffenheit und sein aktives und kritisches Interesse an unserem Programm zu danken. Wir wünschen Ihnen noch viele aufregende Abende und Tage in HELLERAU und einen schönen Sommer!

Dieter Jaenicke

Europäisches Zentrum der Künste Dresden